Bildungsinitiative “Smart Education China“

Immer mehr westliche Unternehmen benötigen gut ausgebildete Berufseinsteiger in China, um dem steigenden Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern nachzukommen. Aktuelle Studien zeigen, dass in China zu viele Akademiker ausgebildet werden und ein erheblicher Mangel an Fachpersonal besteht. Oft erfüllen die Schul- und Hochschulabsolventen nicht die Erwartungen westlicher Unternehmen.

Die Initiative „Smart Education China“ verfolgt das Ziel, langfristig das chinesische Bildungssystem zu verbessern. Die Bildungsinitiative wird von der ECNU (East China Normal University), der zweitgrößten pädagogischen Universität in China mit Sitz in Shanghai, und der SEDLÁK & PARTNER International Consulting Group getragen. Die DCW steht uns als Kooperationspartner zur Seite. Es handelt sich um kein kommerzielles Projekt.

Forschungsstudie

Im Rahmen dieser Initiative wurde eine breit angelegte Erhebung über die Erwartungen westlicher Unternehmen an Schul- und Hochschulabsolventen in China durchgeführt. Ziel ist es, die Qualifikation der Schul- und Hochschulabsolventen in China mittelfristig deutlich zu erhöhen, um dem steigenden Bedarf an qualifiziertem Personal in China gerecht zu werden. Die Erhebung über die Erwartungen fand mittels einer webbasierten Online-Umfrage statt. In der Befragung wurden Kompetenzen abgefragt, welche westliche Unternehmen von Schul- und Hochschulabsolventen erwarten. Neben den Erwartungen (Bedarf) dieser Unternehmen ermittelte die Umfrage ebenfalls den Erfüllungsgrad (Zufriedenheit); somit wird die Frage beantwortet, inwieweit chinesische Absolventen die Erwartungen heute bereits erfüllen bzw. an welchen Stellen noch Verbesserungsbedarf besteht.
In der Analyse wird zwischen drei Positionen (organisationalen Bereichen) und nach Abschlüssen unterschieden:

  • Forschung und Entwicklung
  • Kaufmännische Bereiche
  • Nicht-Kaufmännische Bereiche

Diese Unterscheidung basiert auf den spezifischen Charakteristika des chinesischen Bildungssystems und des Arbeitsmarktes; sie erlaubt die Ableitung von konkreten Handlungsempfehlungen für das chinesische Bildungssystem. Mit dieser Studie soll die Differenz zwischen der heutigen Qualität von Schul- und Hochschulabsolventen in China und den Erwartungen westlicher Unternehmen, die in China tätig sind, aufgezeigt werden.

China Smart School Award

Auf Basis der Ergebnisse sollen entsprechende Maßnahmen zur Optimierung der beteiligten Schulen mit dem Bildungsministerium in Beijing erarbeitet und umgesetzt werden (Struktur/Lehrerentwicklung). Danach ist geplant, den China Smart School Award ins Leben zu rufen. Weiterhin wird ein Beobachtungs- und Bewertungsraster für den China Smart School Award in Zusammenarbeit mit Bildungsexperten aus China und Deutschland erarbeitet unter Berücksichtigung der Ergebnisse aus der Online-Befragung und der speziellen kulturellen Anforderungen in China. Zunächst sollen 300 Schulen, inklusive Berufsschulen in Shanghai, Jiangsu, Shandong, Zhejiang, Anhui, Henan, Fujian, Hunan und Chongqing an dem Wettbewerb des China Smart School Award teilnehmen. Danach wird entschieden, in welchen weiteren Provinzen der Schulpreis ausgerollt werden soll.

Kooperationspartner

ECNU – East China Normal University
DCW – Deutsch-Chinesische Wirtschaftsvereinigung e.V.
SEDLÁK & PARTNER

Projektmitglieder

S&P Projektmitglieder “Smart Education China“

ECNU Projektmitglieder “Smart Education China“

 

Die Essenz von Smarter Education ist die Schaffung intelligenter Umgebungen durch den Einsatz smarter Technologien. Auf diese Weise können pädagogische Methoden personalisierte Lernangebote unterstützen und Lernende und somit Talente, mit einer besseren Werteorientierung, höheren Denkqualität und stärkeren Handlungsfähigkeit fördern.

Zhu Zhiting, 2012

Ziele

Die Schule in China soll zukünftig auf einem System basieren, welches Gleichheit, Qualität und Innovation gleichermaßen berücksichtigt:

Gleichheit: Jeder Student hat die gleichen Möglichkeiten zum Studieren
Qualität: Von einem Notensystem zu einem umfassenden Bewertungssystem
Innovation: Von reiner Wissensvermittlung zum Hands-on-Kompetenztraining

Die heute sehr unflexiblen Lehrpläne und das eingefahrene Bildungssystem sollen insgesamt umstrukturiert werden. Der lehrerzentrierte Frontalunterricht soll durch einen schülerzentrierten Unterricht abgelöst werden, in dem der Lehrer eher als Coach agiert. Lehrer sollen in der Lage sein Selbststudium, Forschungsprojekte und kollaborative Lernprojekte für Schüler zu organisieren. Die Schüler sollen in der Wahl ihrer Fächer frei sein und ihre praktischen Kompetenzen entwickeln dürfen.

Thesen von Prof. Dr. Zhu bezüglich “Smart Education China”

  • Smarte E-Learning Umgebungen können die kognitive Belastung des Lernenden reduzieren und dadurch den Fokus auf das Sinnvolle ermöglichen und die Konstruktion der Ontologie erleichtern
  • Smarte E-Learning Umgebungen können die Lernerfahrung des Lernenden vertiefen und ausbauen; somit wird die Entwicklung des Lernenden ganzheitlich beeinflusst (affektiv, intellektuell und physisch)
  • Smarte E-Learning Umgebungen ermöglichen flexibles Lernen und kollaboratives Arbeiten, was wiederum die Persönlichkeitsentwicklung und die kollektive Intelligenz stärkt
  • Smarte E-Learning Umgebungen können bessere Lernunterstützung bieten, welche auf den Lernenden zugeschnitten ist, so dass die Erwartungen des Lernenden verbessert werden
Prof. Dr. Zhu